Absprungrate, auch Bounce Rate genannt, bezeichnet den Anteil der Besucher, die eine Website ohne weitere Interaktion wieder verlassen. In der klassischen Definition zählt jeder Besuch als Absprung, bei dem keine zweite Seite aufgerufen und kein Event ausgelöst wird. Die Absprungrate ist eine zentrale Kennzahl der Webanalyse, lässt sich aber nicht pauschal als „gut“ oder „schlecht“ einordnen.
Wie die Absprungrate berechnet wird
Absprungrate = (Anzahl der Besucher mit nur einer Seitenaufruf) / (Gesamtzahl der Besucher) × 100
Beispiel: Bei 1.000 Besuchern, von denen 600 nach der ersten Seite gehen, liegt die Bounce Rate bei 60 Prozent.
Typische Richtwerte
- Blogartikel: 70 bis 90 Prozent sind normal, weil viele Leser nur einen Artikel suchen und dann gehen
- Dienstleister-Websites: 40 bis 60 Prozent gelten als gut
- Landingpages: Hier ist die Bounce Rate fast immer hoch, das Ziel ist ja die Conversion auf genau dieser Seite
- Online-Shops: 20 bis 40 Prozent sind anzustreben, weil Nutzer normalerweise mehrere Produkte ansehen
Warum eine hohe Absprungrate nicht immer schlecht ist
Wenn jemand bei Google eine Frage stellt, auf einen Blogartikel klickt, die Antwort findet und zufrieden geht, ist das ein erfolgreicher Besuch. Trotzdem zählt es als Absprung. Wichtig ist daher, die Absprungrate immer im Kontext mit der Verweildauer und dem Seitentyp zu betrachten, nicht isoliert.
Was hohe Absprungraten oft verursacht
- Lange Ladezeiten
- Mobile Darstellung passt nicht zum Inhalt
- Erwartung des Besuchers wird nicht erfüllt (Titel verspricht etwas anderes als der Inhalt liefert)
- Unklare Seitenstruktur, kein klarer nächster Schritt
- Aufdringliche Pop-ups direkt beim Laden
Welche Hebel die Verweildauer und Conversion steigern, steht im Artikel Conversion-Rate-Optimierung.